Sitzenroda

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seit 1994 Ortsteil der Stadt Schildau, liegt inmitten der Dahlener Heide. Südlich davon, in einem wunderschönen Waldstück mit altem Baumbestand, dem Flächendenkmal „Sieben Quellental“, entspringt der Neumühlbach.

Im Oberdorf, das als germanisches Reihendorf angelegt ist, ziehen sich die Höfe in geräumigen Abständen rechts und links der Strasse hin. Im Unterdorf, wo Schule, Kindergarten, Einkaufsmöglichkeiten und Vereinshaus zu finden sind, verlaufen die Wege strahlenförmig nach allen Richtungen.


Auf einem Hügel steht die schlichte langgestreckte Dorfkirche. Sie wurde 1198 eingeweiht und ist Zeuge der reichen wechselvollen Geschichte des Ortes. In der Kirche St. Marien ist ein schöner alter Schnitzaltar zu sehen. Bis ca. 1225 entwickelte sich im Ort das Benediktiner Nonnenkloster Marienpforte. Die Klosterfrauen waren weithin bekannt für ihre Heilkunst, Krankenpflege und Armenfürsorge. Anna von Miltitz war die letzte Äbtissin des Klosters. Ihr Grabstein, auf dem sie in Lebensgröße zu sehen ist, steht im Innern der Kirche. Auch schöne handgeschnitzte Figuren auf dem Altar, sowie ein lebensgroßer gekreuzigter Christus sind in der Kirche zu sehen.

Da Sitzenroda inmitten seines Jagdgebietes „Obereheide“ lag, ließ der sächsische Kurfürst hier von 1564 bis 1570 ein stattliches Jagdschloss baue, welches später abbrannte..

1763 soll die letzte kurfürstliche Jagd stattgefunden haben Zum Andenken daran wurde das kurfürstliche Wappen in den Stamm „Der Jägereiche“ geschnitzt. Das Original dieses Baumes ist noch heute in der Kirche zu sehen. Am alten Standort im Wald wurde zwischenzeitlich eine neue Jägereiche errichtet.

Im Wald finden wir auch Grenzsteine, die Königreiche Sachsen und Preußen voneinander trennten. Sitzenroda ist der Geburtsort von Johann Friedrich von Schönberg, dem Herausgeber der „Schildbürgergeschichten“.

1991 wurde Sitzenroda zum Förderdorf des Landes Sachsen ausgewählt. Zahlreichen Initiativen der Bürger und der Ausreichung von Fördermitteln durch das „Staatliche Amt für Ländliche Neuordnung“ ist es zu verdanken, daß sich das Ortsbild entscheidend verändert hat. Moderne Wohnanlagen sind entstanden, Strassen neu gebaut, Erdgas-, Abwasser- und Telefonleitungen verlegt. Von weither grüßen neueingedeckte Dächer und schmucke Fassaden Besucher und Durchreisende. Eine Landgaststätte mit Pension nahm 1995 ihren Betrieb auf.

In einer „Heimatstube“ wurden Gerätschaften aus dem früheren dörflichen Leben zusammengetragen.
Hier findet sich so manchen Stück, was sicherlich schon in Vergessenheit geraten ist.

Jährlich feiert der Heimatverein „Die Quellentaler“ mit den Einwohnern und Gästen Ende April sein „Bockwiesenfest“, das erste kulturelle Fest nach der Winterzeit. Im August findet alljährlich am Waldspielplatz das Sommerfest der Feuerwehr statt.

Sitzenroda wurde am 1. Januar 1994 als Ortsteil in Schildau eingemeindet und gehört seit dem 1. Januar 2013 zur Stadt Belgern-Schildau.

Dorfansicht